Mit der nun begonnen Kampagne der Impfungen für Grund- und Förderschullehrkräfte muss das Konzept schnellstens auch an den berufsbildenden Schulen umgesetzt werden.  Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten tagtäglich eng mit Auszubildenden z.T. aus allen Regionen Sachsens zusammen. Das Ansteckungsrisiko bzw. infektiös zu sein – oftmals auch ohne Symptome – und die damit verbundene Übertragung auf Risikogruppen nimmt ja unstrittig mit steigendem Alter  der Auszubildenden signifikant zu. Unsere Schülerinnen und Schüler legen nachweislich große Strecken im ÖPNV zurück, sitzen vermutlich auch in Fahrgemeinschaften zusammen und haben untereinander Kontakt, der sich zwangsläufig ergibt und nicht vermeidbar ist.

Das Unterrichten in Laborräumen, Computerkabinetten und Werkstätten sowie der „körpernahe“ Kontakt in vielen Ausbildungsberufen verlangen danach, dass Lehrkräfte schnell ein Impfangebot unterbreitet werden muss.

Die beruflichen Schulen in Sachsen arbeiten mit ihren Auszubildenden schon seit Februar in unterschiedlichen Unterrichtsmodellen zusammen. Alle körpernahen Dienstleistungen erzeugen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Schul- und Praktikumsbesuche in den Bereichen der Gesundheitsfachberufe durch Praxishospitationen sind ohne Schutzimpfungen fahrlässig und unverantwortbar.

Wiederholt haben wir den Eindruck, dass gerade die beruflichen Lehrkräfte wieder einmal von der Politik übersehen wurden. Der LVBS fordert deshalb, dass Impfungen für Lehrkräfte an den beruflichen Schulen schnell angeboten und umgesetzt werden, so wie es Baden-Württemberg bereits praktiziert.

Wiederholt erreichen uns Anfragen zum Thema Entlastung von Lehrkräften und Gewährung einer Bindungszulage. Deshalb hier an dieser Stelle die aktuellen Informationen, um handlungsfähig zu sein, sowie gegebenenfalls selbst aktiv zu werden.

Am 07. und 08.02.2020 fand in Königswinter eine Fortbildungsveranstaltung der „Arbeitsgemeinschaft Fachlehrer“ zum Thema „Aufstiegsqualifizierung von Technischen Lehrern (Fachlehrer) und dem damit verbundenen Wechsel in die Lernfeldkonzeption“ statt.

"Ein Bekannter meinte, dass dies nichts bringe: „Beamte dürfen nicht streiken und brauchen daher keinen Lohnersatz. Und eine Berufs-Rechtsschutzversicherung sollte man eh haben. Außerdem sei die Mitgliedschaft teuer.“ FALSCH!

Gute Ansätze, aber auch Fragezeichen sieht dbb Vize Jürgen Böhm bei der nach Beratung des Bundesrats nunmehr beschlossenen Novelle des Gesetzes zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung.

dbb Logo„Wir unterstützen grundsätzlich alle Bemühungen, die darauf abzielen, die berufliche Bildung zu stärken. Wir stehen auch für die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung“, betonte Böhm, stellvertretender Bundesvorsitzender des dbb, nach dem Beschluss des Bundesrats zur Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) am 29. November 2019 in Berlin. „Ob aber die neuen Abschlussbezeichnungen, insbesondere „Bachelor Professional“ und „Master Professional“, der richtige Weg sind, versehen wir mit einem Fragezeichen“, fügte er kritisch an. Denn zum einen werde die starke Anlehnung an die Abschlussbezeichnungen der akademischen Bildung für Verwirrung sorgen und zum anderen sei damit keine größere Durchlässigkeit zwischen beiden Systemen verbunden – obwohl es erklärtes Ziel der Reform ist, die Attraktivität der dualen Ausbildung insgesamt zu stärken, sie zum Studium wettbewerbsfähiger zu machen und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Künftig heißen die beruflichen Fortbildungsstufen "Geprüfte Berufsspezialistin" bzw. "geprüfter Berufsspezialist“, „Bachelor Professional“ und „Master Professional“. Bezeichnungen wie Betriebswirtin, Wirtschaftsfachwirt oder Fachkauffrau entfallen. Meisterinnen und Meister dürfen sich zusätzlich „Bachelor Professional“ nennen. Durch die englischen Bezeichnungen soll die internationale Anschlussfähigkeit gesichert werden. Weitere Bausteine des Gesetzespakets sind die Mindestvergütung für Auszubildende von zunächst 515 Euro im ersten Lehrjahr. Zudem wird es leichter, Ausbildungen in Teilzeit zu absolvieren.

Quelle: dbb newsletter Nr. 127/2019

Die Fakten - nachzulesen beim Bundesministerium für Bildung und Forschung:

weiterlesen beim BMBF: BBiG-Novelle: Das sind die wichtigsten Änderungen