Der LVBS Sachsen fordert für die Umgestaltung der Berufsschullandschaft unter dem Motto „Zukunftskonzept Berufliche Bildung“ eine Verschiebung des geplanten Starts der Umsetzung des Teilschulnetzplanes für berufliche Schulen in Sachsen und die Einbeziehung der Lehrkräfte vor der Umsetzung.


Am Rande der 25. Plenarsitzung des Sächsischen Landtages traf sich der Vorstand des Berufsschullehrerverbandes LVBS, unterstützt durch Vorstandsmitglieder des SLV, vor dem Landtagsgebäude in Dresden, um mit dieser (angemeldeten) Aktion auf die mit der möglichen Umsetzung des Teilschulnetzplanes verbundenen Probleme hinzuweisen, sowie die Zeitschiene zu kritisieren.

TSNP

Die Aktion sollte nicht nur als Protest, sondern auch als Gesprächsangebot für Mitglieder des Landtages verstanden werden. Nach einem ersten Besuch durch den Landtagspräsidenten Matthias Rößler folgte diesem Angebot auch die bildungspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen der CDU Herr Gasse in Begleitung der Landtagsabgeordneten Frau Leithoff und der Grünen/B90 Frau Melcher. Die Vorsitzenden des LVBS Dirk Baumbach und Jürgen Fischer nutzten die Gelegenheit, in getrennten Gesprächen die Probleme und Lösungsansätze zu erläutern. Die Fraktionssprecher zeigten sich interessiert und aufgeschlossen, nach Lösungen zu suchen. In der Folge nahm auch Staatsminister Christian Piwarz die Gelegenheit wahr, uns zu treffen. Es ergab sich ein offener Dialog mit den beiden Vorsitzenden des LVBS vor dem Landtagsgebäude.

Dirk Baumbach unterstrich die Forderungen nach einer Terminverschiebung, die Einbeziehung der Lehrkräfte in diesen Umgestaltungsprozess, aber auch die Berücksichtigung der finanziellen Folgen, die eine Veränderung der Lern-standorte für die Schulen und Schulträger mit sich bringen.

Staatsminister Piwarz äußerte sich zu allen vom LVBS angesprochenen Punkten und stellte dabei seine Sicht vor. Das Ziel sei einerseits Planungssicherheit für die beruflichen Schulen in den kommenden Jahren zu schaffen, damit u.a. eine Fachklassenliste überflüssig werde, andererseits stehe die Einhaltung des Termins zur Abstimmung zum Teilschulnetzplan in diesem Frühjahr im Fokus, um dann an die Umsetzung gehen zu können. Einen späteren Termin sieht er problematisch, da auf Grund anstehender Landrats- und Landtagswahlen eine einstimmige Entscheidung zum Teilschulnetzplan aus politischem Kalkül in weite Ferne rücken könnte.
Für die Forderungen nach Einbeziehung der Lehrerinnen und Lehrer in die Planungen, die Berücksichtigung ihrer Qualifikationen, die finanziellen Konsequenzen der Umgestaltung und letztendlich auch die mit der aktuellen Corona-Situation verbundenen Probleme bei einer möglichen Umsetzung zeigte sich Staatsminister Piwarz offen, verwies aber gleichzeitig auch auf die Verantwortung der Landkreise und Schulträger der kreisfreien Städte in diesem Prozess. Er betonte, dass es nur um eine kleine Anzahl von Berufsschullehrkräften geht, die tatsächlich betroffen sind und sagte zu, dass man eine vernünftige Lösung für die Betreffenden finden werde.

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Staatsminister Piwarz dankte dem Vorstand des LVBS für dessen Engagement und bot weiterführende Gespräche zu diesen Themen an. Aus Sicht des Berufsschullehrerverbandes bleibt abzuwarten, in welcher Form - im Falle einer Verabschiedung des Teilschulnetzplanes - der Einbezug von Verbänden, Gewerkschaften und Stufenvertretungen erfolgen und wie realistisch seitens des SMK mit der zeitlichen Umsetzung der Maßnahmen umgegangen wird.

Der LVBS fordert: Testen – Impfen und dann erst Unterrichten in Präsenz!

Am 15. März, 14 Tage vor den Osterferien, startet nun doch der Schulbetrieb in Sachsen.

Mit einer breit angelegten Teststrategie, bei der organisatorisch offenbleibt, ob ausreichend Tests überhaupt an den Einrichtungen zur Verfügung stehen, soll der Unterricht in Präsenz beginnen können. Dirk Baumbach, 1. Vorsitzender des LVBS, kritisiert die übereilte und leichtfertige Öffnung der berufsbildenden Schulen. „Hier wäre es angebracht, nicht nachlässig Erreichtes aufs Spiel zu setzen. Die Menschen erwarten und erhoffen sich sehnlichst Öffnungen und Lockerungen, aber die Infektionszahlen nehmen gerade auch bei Jüngeren zu, befinden sich im Land Sachsen auf einem zu hohen Niveau und geben mit der Öffnung der Schulen Anlass zu großer Besorgnis.“ Testen – Impfen – Unterrichten in Präsenz, nur dann  kann einer dritten Welle wirksam begegnet werden, so Dirk Baumbach weiter. Unterrichten, zwar mit Test doch ohne Impfung der Lehrkräfte, hier hätte das SMK das bisherige Konzept bis zu den Osterferien aushalten sollen. Die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler haben seit drei Monaten Wege und Lösungen gefunden, miteinander zu lehren und zu lernen. Vier Wochen bis in den April, um dann Prüfungen und Abschlüsse nicht zu gefährden,  sind ein sicherer Abstand, um die Infektionszahlen zu drücken, Impfpriorisierung  politisch zu etablieren und Umsetzungsstrategien zu entwickeln, die nicht wie so oft auf den letzten Drücker in die Hand der Schulen übergeben werden.

Nun zeigt sich aber, dass die Strategie und die erforderlichen Voraussetzung zum Unterrichten in Präsenz nicht vollumfänglich realisiert werden können. Somit bleibt aus unserer Sicht nur, die Öffnungen zu verschieben

Mit der nun begonnen Kampagne der Impfungen für Grund- und Förderschullehrkräfte muss das Konzept schnellstens auch an den berufsbildenden Schulen umgesetzt werden.  Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten tagtäglich eng mit Auszubildenden z.T. aus allen Regionen Sachsens zusammen. Das Ansteckungsrisiko bzw. infektiös zu sein – oftmals auch ohne Symptome – und die damit verbundene Übertragung auf Risikogruppen nimmt ja unstrittig mit steigendem Alter  der Auszubildenden signifikant zu. Unsere Schülerinnen und Schüler legen nachweislich große Strecken im ÖPNV zurück, sitzen vermutlich auch in Fahrgemeinschaften zusammen und haben untereinander Kontakt, der sich zwangsläufig ergibt und nicht vermeidbar ist.

Das Unterrichten in Laborräumen, Computerkabinetten und Werkstätten sowie der „körpernahe“ Kontakt in vielen Ausbildungsberufen verlangen danach, dass Lehrkräfte schnell ein Impfangebot unterbreitet werden muss.

Die beruflichen Schulen in Sachsen arbeiten mit ihren Auszubildenden schon seit Februar in unterschiedlichen Unterrichtsmodellen zusammen. Alle körpernahen Dienstleistungen erzeugen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Schul- und Praktikumsbesuche in den Bereichen der Gesundheitsfachberufe durch Praxishospitationen sind ohne Schutzimpfungen fahrlässig und unverantwortbar.

Wiederholt haben wir den Eindruck, dass gerade die beruflichen Lehrkräfte wieder einmal von der Politik übersehen wurden. Der LVBS fordert deshalb, dass Impfungen für Lehrkräfte an den beruflichen Schulen schnell angeboten und umgesetzt werden, so wie es Baden-Württemberg bereits praktiziert.

Wiederholt erreichen uns Anfragen zum Thema Entlastung von Lehrkräften und Gewährung einer Bindungszulage. Deshalb hier an dieser Stelle die aktuellen Informationen, um handlungsfähig zu sein, sowie gegebenenfalls selbst aktiv zu werden.

Am 07. und 08.02.2020 fand in Königswinter eine Fortbildungsveranstaltung der „Arbeitsgemeinschaft Fachlehrer“ zum Thema „Aufstiegsqualifizierung von Technischen Lehrern (Fachlehrer) und dem damit verbundenen Wechsel in die Lernfeldkonzeption“ statt.