Gute Ansätze, aber auch Fragezeichen sieht dbb Vize Jürgen Böhm bei der nach Beratung des Bundesrats nunmehr beschlossenen Novelle des Gesetzes zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung.

dbb Logo„Wir unterstützen grundsätzlich alle Bemühungen, die darauf abzielen, die berufliche Bildung zu stärken. Wir stehen auch für die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung“, betonte Böhm, stellvertretender Bundesvorsitzender des dbb, nach dem Beschluss des Bundesrats zur Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) am 29. November 2019 in Berlin. „Ob aber die neuen Abschlussbezeichnungen, insbesondere „Bachelor Professional“ und „Master Professional“, der richtige Weg sind, versehen wir mit einem Fragezeichen“, fügte er kritisch an. Denn zum einen werde die starke Anlehnung an die Abschlussbezeichnungen der akademischen Bildung für Verwirrung sorgen und zum anderen sei damit keine größere Durchlässigkeit zwischen beiden Systemen verbunden – obwohl es erklärtes Ziel der Reform ist, die Attraktivität der dualen Ausbildung insgesamt zu stärken, sie zum Studium wettbewerbsfähiger zu machen und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Künftig heißen die beruflichen Fortbildungsstufen "Geprüfte Berufsspezialistin" bzw. "geprüfter Berufsspezialist“, „Bachelor Professional“ und „Master Professional“. Bezeichnungen wie Betriebswirtin, Wirtschaftsfachwirt oder Fachkauffrau entfallen. Meisterinnen und Meister dürfen sich zusätzlich „Bachelor Professional“ nennen. Durch die englischen Bezeichnungen soll die internationale Anschlussfähigkeit gesichert werden. Weitere Bausteine des Gesetzespakets sind die Mindestvergütung für Auszubildende von zunächst 515 Euro im ersten Lehrjahr. Zudem wird es leichter, Ausbildungen in Teilzeit zu absolvieren.

Quelle: dbb newsletter Nr. 127/2019

Die Fakten - nachzulesen beim Bundesministerium für Bildung und Forschung:

weiterlesen beim BMBF: BBiG-Novelle: Das sind die wichtigsten Änderungen

Berufsbildungskongress „Jenseits des Kabels“ am 14. und 15. November im dbb-forum Berlin – 350 Experten beleuchten digitalen Status Quo und erarbeiten Handlungsempfehlungen

Logo BvLB RGBDie digitale Transformation ist längst in der Schule angekommen. Die technischen Standards – wenn auch noch nicht überall erfüllt – sind aus Sicht des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung e. V. (BvLB) gesetzt: Gigabit für alle, leistungsstarkes W-LAN in allen Klassenräumen, „bring your own device“ (BYOD) und Cloudtechnologie. Doch „Jenseits des Kabels“ herrscht im bildungspolitischen Alltag Unklarheit: Wie sehen Konzepte für eine zukunftsorientierte digitale Bildung aus? Für welche Berufswelt müssen berufliche Schulen künftig ausbilden? Und wie soll die Lehrerbildung als Voraussetzung für eine gelingende Digitalisierung aussehen?

2019 SMK LVBS CustomAm 10. Oktober, kurz vor den Herbstferien und mitten in der Sondierungsphase der Parteien, waren Dirk Baumbach und Jürgen Fischer im Kultusministerium zu einem Gespräch mit Kultusminister Piwarz eingeladen. Seitens des SMK nahmen Frau Dr. Pieringer, Herr Bélafi, Abteilungsleiter Abteilung 2 Lehrer und Ressourcen, Herr Kühner, Abteilungsleiter Abteilung 3 Grundsatz/ Berufsbildende Schulen und Herr Habermalz, Referatsleiter Referat 23 Lehrerpersonal, teil. In offener Atmosphäre haben die Vertreter des LVBS vier Themen angesprochen, die aktuell für Brisanz in den Lehrerzimmern sorgen und die vorher teilweise in einem offenen Brief an Staatsminister Piwarz gerichtet wurden. Eingangs betonten die Vertreter des LVBS die mittlerweile positiven Entwicklungen, die sich in Folge des Maßnahmenpakets 2016 und des Handlungsprogrammes 2018 an den Schulen zeigen. Ebenfalls positiv zeigt sich die Bereitschaft des Kultusministeriums mit den Gewerkschaften konstruktiv zu diskutieren, Argumente auszutauschen und nach Lösungen zu ringen. Das SMK betont in diesem Zusammenhang die Zwänge seitens des Finanzministeriums (SMF), deren Blickrichtung nicht nur auf die Lehrerschaft, sondern auf den gesamten öffentlichen Dienst ausgerichtet ist.

Am 27.05. 2019 fand in der Geschäftsstelle des Sächsischen Beamtenbundes (SBB) eine Informationsveranstaltung und Beratung zum Thema Fachkräfteallianz Sachsen statt.

Eingeladen hatte das Mitglied der Landesleitung des SBB Klaus-Peter Schölzke.

Zwei Punkte bildeten die Tagesordnung:

- Bericht über die Beschlüsse der Fachkräfteallianz und

- Berichte über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen bzw. -kreise der Fachkräfteallianz.

Besonderes Augenmerk wurde in dieser Veranstaltung auf den Arbeitskreis Bildung und auf den Arbeitskreis Beschäftigung von älteren Menschen gelegt.

Gedanken zu den Wahlen und ein Plädoyer für mehr Ehrlichkeit

Heute Morgen hörte ich im Radio die rhetorische Frage: "Zerstören die neuen Medien die Demokratie?"

An der Basis der Gesellschaft erleben wir Lehrer alle tagtäglich und unmittelbar, wie neu zusammengestellte Klassen als erstes eine WhatsApp Gruppe einrichten, Schüler sich über ihre Profile im Internet "beschnuppern" und aktuelle Ereignisse wie Rempeleien im Schulhof oder andere Begebenheiten im Schulalltag ohne Zeitverzug die Runde machen - oft mit Foto oder Kurzfilm illustriert. Irgendein Schüler weiß immer, warum ein anderer heute zu spät oder gar nicht zum Unterricht erscheint, wie sich dessen Unfall ereignet hat oder an welcher Krankheit er gerade herumlaboriert. Wahr, halbwahr oder nicht wahr? Wir Lehrer wissen es meist zu deuten - kennen wir doch Absender und Intentionen der Schüler.