Ein Bericht von Reinhard Plicka

Am 6. Februar 2014 trafen sich der 1. Vorsitzende Reinhard Plicka, der 2. Vorsitzende Dirk Baumbach und die Vertreter des Fachverbandes Berufliche Schulen des SLV, Doreen Stockmann und Björn Födisch, mit dem Abteilungsleiter Berufliche Schulen im SMK, Herrn Kühner, zu einem einstündigen Gespräch.Abt3 - Berufsbild. Schulen

Die Vertreter von LVBS Sachsen und SLV gratulierten Herrn Kühner zur Berufung in das Amt des Abteilungsleiters und wünschten ihm viele kluge Ideen sowie Erfolg im neuen Aufgabenbereich.

Schwerpunkt des Gesprächs bildete der Meinungsaustausch zur Schulnetzplanung und zur personellen Sicherung des Unterrichts an den beruflichen Schulen.

LVBS und SLV unterstrichen die Notwendigkeit einer gezielten Steuerung
der Schulnetzplanung und der Fachklassenbildung „von oben“ als Voraussetzung für die Erhaltung von Berufsbildungsangeboten in der Fläche. Da die Schülerzahlen auch an den beruflichen Schulen wieder im Ansteigen begriffen sind, müssen für die BSZ Übergangslösungen möglich sein, vergleichbar dem Moratorium zum Erhalt von kleinen Grund- bzw. Oberschulen im ländlichen Raum. Berufliche Bildungsangebote im ländlichen Raum vermeiden unnütz lange Fahrwege und schaffen für junge Menschen den Anreiz, in der Region zu bleiben. Partnerschaften zwischen den BSZ und den Oberschulen stellen die wirksamste Form der Berufsberatung dar, machen das betreffende BSZ in der Region bekannt und tragen so zur Deckung des regionalen Lehrlingsbedarfs bei.

Hinsichtlich der personellen Sicherung des Unterrichts brauchen wir kurz- und langfristige Lösungen, unterstrichen die Vertreter von LVBS und SLV.

Kurzfristige, z. B. über die Einstellung von Seiteneinsteigern, weil eine originäre Berufsschullehrerausbildung mindestens sechs Jahre dauert oder aber durch zielgerichtete Weiterbildung solcher Kolleginnen und Kollegen, deren ursprüngliche Einsatzbereiche weggefallen sind, z. B. die Lehrer für Fachpraxis der geschlossenen Berufsfachschulen. Neben der Sicherung offener Unterrichtseinheiten könnte ihnen so auch die Sorge um ihre berufliche Existenz genommen und eine neue Perspektive geboten werden.

Langfristig, brauchen wir nun endlich ein Personalentwicklungskonzept für die beruflichen Schulen, das die Besonderheiten der Fachkombinationen unserer Schulart berücksichtigt und, darauf aufbauend, eine am Bedarf orientierte Ausbildung der Berufsschullehrer.

Herr Kühner unterstrich, dass dies erkannt sei und insbesondere der fach- bzw. einsatzbezogene Lehrerbedarf ermittelt würde. Es bleibe aber unbestritten schwer, neue Lehrer für die beruflichen Schulen entsprechend Bedarf zu finden.

LVBS und SLV sehen die Lösung dieses Problems vordergründig in einer verbesserten Attraktivität der Lehrtätigkeit an den beruflichen Schulen, die sich auch auf die Kolleginnen und Kollegen auswirken muss, die die beruflichen Schulen in Sachsen derzeit am Laufen halten.

Herr Kühner sicherte weitere Gespräche zu.

Das Gespräch verlief in einer sehr angenehmen Atmosphäre.