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Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Mitglieder,
eine umfassende Analyse der Situation im Schulsystem des Freistaates
Sachsen stand im Mittelpunkt eines weiteren Spitzengespräches von dbb
beamtenbund und tarifunion sowie der GEW-Sachsen mit Finanzminister
Prof. Georg Unland und Kultusministerin Brunhild Kurth am 4. August 2016.


Aktuelle Prognosen bestätigen steigende Schülerzahlen in den nächsten Jahren.
Der hohen Zahl von ausscheidenden Lehrkräften stehen zu wenige Studierende
und Absolventen des Vorbereitungsdienstes gegenüber.
Bereits am Vormittag hatte die Kultusministerin auf der Pressekonferenz zur Vorbereitung
des neuen Schuljahres den Stand des Einstellungsverfahrens bekanntgegeben.
Von 1.200 Stellen konnten zwei Tage vor Ende der Sommerferien 1.148
besetzt werden, davon 45 Prozent nur durch die Einstellung von Seiteneinsteigern
ohne Lehrerausbildung.
„Der Freistaat Sachsen muss umgehend in attraktivere Arbeitsbedingungen im
Schulbereich investieren, ansonsten wird die Bildungsqualität zwangsläufig und
langfristig zur Disposition gestellt“, fordert dbb-Tarifchef Willi Russ nachdrücklich.
„Dabei muss der Generationengerechtigkeit Rechnung getragen werden. Es gilt,
die Einstellungsbedingungen für zukünftige Lehrkräfte zu verbessern und genauso
die Interessen der Lehrkräfte zu berücksichtigen, die Sachsen zu einem hervorragenden
Bildungsstandort gemacht haben.“
Der stellvertretende Vorsitzende der dbb-Bundestarifkommission, Jens Weichelt,
ergänzt: „Jahrelang haben die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer für andere
Bundesländer ausgebildet, weil keine Einstellungen zur Demografievorsorge erfolgten.
Jetzt müssen wir dort um Lehrernachwuchs werben, aber wenn die Arbeitsbedingungen
hier nicht stimmen, kann das nicht gelingen. Die Lehrerausbildung
im Freistaat muss sich umgehend an unseren künftigen schulart- und fächerspezifischen
Bedarfen orientieren, sonst wird der Lehrermangel auch im nächsten
Jahrzehnt noch akut sein.“
In dem offenen und konstruktiven Gespräch verständigten sich die Vertreter von
Gewerkschaften und Staatsregierung auf zwei weitere Termine, um auf Basis der
erfolgten Analyse Möglichkeiten zur Sicherung des künftigen Lehrerbedarfs auszuloten.
Am 22. August 2016 werden die Gespräche fortgesetzt.