Die Tarifverhandlungen 2019 wurden mit einem Abschluss beendet. Die Branchentage und auch der in Dresden am 12.11. 2019 haben gezeigt, dass in diesen Tarifverhandlungen Forderungen anderer Berufsgruppen in den Vordergrund rücken werden. Den Teilnehmern an dieser Veranstaltung und natürlich auch den Teilnehmern der Warnstreiks vom 12.-14. 2. 2019 danken wir für ihr engagiertes Auftreten.

Unser Verband sieht sich bestätigt, dass wir schwierige Verhandlungen erwartet haben und dass nicht die Lösung der Probleme in Sachsens Bildungssystem  Hauptpunkt der Verhandlungen sein werden.

 

Dazu kam ein nicht zu erwartender Umgang der TdL mit den Verhandlungspartnern.

Die Verhandlungen begannen erst richtig in der dritten Runde. Ein Zeitverzug , der sich auf die Verhandlungen ausgewirkt hat. Gegenforderungen der Arbeitgeber und fehlender Gestaltungswille und ein offenbares Verkennen der Arbeitskräftesituation führte zu schwierigen und zähen Verhandlungen, die sehr geringen Gestaltungsraum boten.

Unter diesen Bedingungen war es lange nicht klar, dass es tatsächlich zu einem Abschluss kommt. In der Bundestarifkommission des DBB gab es trotz harter Diskussionen schlussendlich breite Zustimmung zum Ergebnis.

Hier die Ergebnisse, die die Lehrerinnen und Lehrer an Berufsschulen betreffen:

Differenzierte Erhöhung der Einkommen:

Zitat Tarifeinigung:

„Zum 01. Januar 2019 erhöhen sich die Tabellen Entgelte um ein Gesamtvolumen von 3,2%, in diesem Gesamtvolumen sind enthalten

- die Anhebung der Stufe 1 in den Entgeltgruppen 2 bis 15 um 4,5% und

 für die übrigen Stufen in allen Entgeltgruppen eine lineare Erhöhung, mindestens jedoch eine Erhöhung um 100 €.“ Zitat Ende

Konkret bedeutet das einen realen Zuwachs von 3,01% für die Beschäftigten an den Berufsschulen oberhalb Stufe 1.

Zum 01. Januar 2020 erhöht sich das Tabellenentgelt in einem Gesamtvolumen 3,2% inklusive 4,3% Stufe 1mindestens 90€ in allen andere Gruppen,

Konkret bedeutet das einen realen Zuwachs von 3,12% für die Beschäftigten an den Berufsschulen oberhalb Stufe 1.

Zum 1. Januar 2021 erhöht sich das Tabellenentgelt in einem Gesamtvolumen von 1,4%, inklusive 1,8% Stufe 1, mindestens 90€ in allen anderen Gruppen.

Konkret bedeutet das einen realen Zuwachs von 1,29% für die Beschäftigten an den Berufsschulen oberhalb Stufe 1.

keine stufengleiche Höhergruppierung

Wenn momentan eine Höhergruppierung durchgeführt wird, bedeutet das meist eine niedrigere Erfahrungsstufe.   

Die geforderte stufengleiche Höhergruppierung, die aus unserer Sicht Grundlage einer gerechteren Vergütung wäre und auch bei eventuell notwendigen Rückgruppierungen zusätzliche Nachteile für die Beschäftigten verhindern würde, konnte in diesen Verhandlungen nicht umgesetzt werden. Der Garantiebetrag für EG 9 bis 14 wurde allerdings von ca. 60 € auf 180 € erhöht.

Angleichungszulage:

Die Angleichungszulage wird zum 01. Januar 2019 auf 105 € erhöht.

Das betrifft in unserem Bereich Lehrkräfte, die in der EG 11 eingruppiert sind und bis jetzt eine Zulage von 30 € erhalten haben.

Jahressonderzahlung

Die Jahressonderzahlung wird auf dem Niveau von 2018 eigefroren. Im Jahr 2019 wird es eine Angleichung der Ost-Jahressonderzahlung auf das Niveau West geben. Dieser Zustand wird bis 2021 gehalten.

Bewertung:

Bezogen auf die momentane Inflation bewerten wir als LVBS die  Erhöhung der Entgeltzahlungen als positiv.

Dass die Stufengleiche Höhergruppierung nicht umgesetzt werden konnte und dass auch diesmal nur vereinbart wurde, die Entgeltordnung der Lehrkräfte endlich weiterzuentwickeln, ist ein ernstes Problem und zeugt davon, dass der Gestaltungswille in anderen Bereichen bei der TdL noch nicht angekommen ist. Das schlägt sich auch in der langen Laufzeit nieder, die es unmöglich macht, auf Veränderungen, im nationalen und internationalen Bereich ergeben können, zu reagieren.

Wir gehen davon aus, dass es ein Umdenken und vor allem eine andere Art der Verhandlungsführung geben muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Innovative Gestaltung von Tarifverträgen können wir momentan nicht erkennen.