Die LVBS - Kolumne KW 27 - 2019 - Zum Schuljahresende

dirk2017

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das Schuljahr 2019/19 ist Geschichte. Die Klassenbücher und Notenbücher sind auf dem Weg ins Archiv, analog wie digital. Auf den Gängen türmen sich die ausgeräumten Klassenzimmer mit Stühlen und Tischen, sodass ein Durchkommen schwerlich möglich wird. Im Schulgebäude ist es sehr ruhig, hin und wieder wird die Ruhe durch Bohren oder andere handwerkliche Gerätschaften unterbrochen. Unterrichtsfreie Zeit oder landläufig Ferien wird dieser Zustand bezeichnet. Es ist für mich die Zeit, Dinge und Gedanken aufzuarbeiten, die während des Schuljahres liegen geblieben oder zu kurz gekommen sind. Sortieren, abheften, entsorgen und neu planen sind die dominierenden Handlungen. Der Lehrerkalender wird auf Version 2019/20 geupdatet, Termine ein- bzw. übertragen, unterrichtliche Inhalte neu strukturiert und die Dokumente aus der Tätigkeit im Hauptpersonalrat entsprechend sortiert und abgespeichert. Rückblick und Ausblick vollzogen.

Mit dem nun kommenden Schuljahr 2019/20 beginnt der Aufbruch in die digitale Bildung – zumindest in Ausreichung finanzieller Mittel. Mit einem Medienbildungskonzept und einem Fortbildungsplan für Lehrkräfte im Gepäck können nun digitale Infrastrukturen geplant und auf den Weg gebracht werden. Es werden wohl wieder Lehrerinnen und Lehrer sein, die hier aktiv ihre Berufung und ihre unterrichtsfreie Zeit für gute pädagogische Vorhaben und deren Realisierung einsetzen werden. Die knapp bemessenen schulbezogenen Anrechnungen helfen da nicht wirklich, wirksame Unterstützung zu leisten und wenn man sich den Fachkräftemarkt im IT-Bereich ansieht, dann fällt es schwer zu glauben, dass externe Dienstleister die Marktlücke füllen könnten.

Unser offener Brief zur Neureglung der Sächsischen Lehrkräftearbeitszeitverordnung an Herrn Staatsminister Piwarz hat die mündliche Zusage nach einem Gespräch – noch im August und somit vor der Landtagswahl – erhalten. Es werden weitere essentielle Baustellen der Berufsschullehrer Inhalt dieses Austausches sein. Unsere Intentionen haben wir klar deutlich veröffentlicht. Leider werden von wenigen Mitgliedern unseres Verbandes Schuldzuweisungen an uns geäußert, die seitens der Politik zu verantworten sind. Wer hier resigniert, den Verband verlässt und sich so in einen passiven Zustand begibt, wird sich schwerlich selbst helfen können, schwächt die gewerkschaftliche Rolle und wird gleichwohl von den erreichten Ergebnissen dennoch partizipieren, vergleichbar mit denen, die im Frühjahr ihre Streikteilnahme verweigerten und im August die Lohnerhöhungen gern annehmen. Gewerkschaft lebt von Menschen, die sich engagieren. Gewerkschaft fördert den fachlichen, inhaltlichen und menschlichen Austausch. Gewerkschaft unterstützt als Solidargemeinschaft, nicht nur bei gerichtlichen Auseinandersetzungen, sondern bietet Leistungen auf politischer Ebene, die ein Einzelner nicht erreichen kann. Gewerkschaft vertritt die Interessen von Arbeitnehmern und Beamten. Gewerkschaft am BSZ – das ist der LVBS – ihr Berufsschullehrerverband.

Meine Gedanken sind sortiert und ich wünsche Ihnen und Ihren Familien nun eine schöne, erlebnisreiche Urlaubszeit, gute Erholung und spannende Erlebnisse.

Herzlichst Ihr

Dirk Baumbach

  1. Vorsitzender