„Kuh-Käse-Kilowatt“ oder „Die Lehrer haben ein Rad ab.“

LVBS Fruehling 2017 028Das mittlerweile zur Tradition gewordene Frühlingsfest des Verbandes führte knapp 60 Mitglieder und ihre Angehörigen am 13. Mai dieses Jahres in die Lausitz. Der 1. Vorsitzende, Dirk Baumbach, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, unter dem Thema „Kuh-Käse-Kilowatt“ einen abwechslungsreichen Tag für die Mitglieder des LVBS zu organisieren. Ziel war der nordöstliche Teil des Freistaates.

Ausgangspunkt der kleinen Lausitz-Ralley sollte die „Krabat Milchwelt“ in Kotten bei Wittichenau sein. Nach einer kleinen Kostprobe und Stärkung mit frischer Milch und Joghurt folgte die Führung über das Gelände der Agrar-Produkte-GmbH Wittichenau mit Besichtigung der Stallanlagen für 300 Milchkühe einschließlich Kälber-Kindergarten und Melkkarussell. Für Klein und Groß gab es eine Menge zu sehen, zu fühlen und selbstverständlich zu riechen. Die Krabat Milchwelt stellt eine moderne Kreislaufwirtschaft dar, bei welcher einerseits die Kuh im Mittelpunkt steht, was sich in der eigenen Futtermittelherstellung sowie der Aufzucht und artgerechten Haltung der Tiere widerspiegelt, andererseits auch „das, was hinten rauskommt“ einer besonderen Wertschöpfungskette unterzogen wird. So produziert man mit Hilfe der eigenen Biogasanlage Strom für 1.500 Haushalte – also ungefähr für alle Haushalte der Gemeinde Wittichenau - und nutzt die bei der Stromerzeugung abfallende Wärme beispielsweise zur Käseherstellung.

Im anschließenden Vortrag erhielten die Besucher ein detailliertes Bild über den Betrieb dieser Kreislaufwirtschaft und auch über die seit 2008 durchgeführte Käseherstellung. Zudem wurde aufgeklärt, wie denn die Löcher in den Käse gelangen. Diese werden von Bakterien „hineingepupst“ - sehr zur Freude der anwesenden Kinder. Von den täglich etwa 10.000 Litern Frischmilch verarbeitet man in der Krabat Milchwelt etwa 2.000 Liter zu hochwertigem und schmackhaftem Käse, Joghurt, Quark und zu Butter sowie Buttermilch. Dabei verzichtet man auf Konservierungsstoffe und stellt nur so viel her, wie die Verbraucher abnehmen. Mit kleinen Käse-Kostproben wurden die Teilnehmer „angefüttert“ und auf das Mittagessen – „Lausitz schmeckt“, selbstverständlich bestehend aus selbst hergestellten Produkten – eingestimmt.
Zweite Station der Lausitz-Ralley war der „Bienenhof Regina“ in Cunnewitz. Imker Johannes Scholze gab Einblick in seine jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit den nützlichen Flügelwesen. Während einer kurzweiligen Führung über das Gelände und einem Lehrfilm zur Imkerei beantwortete der erfahrende Imker Fragen der Anwesenden. So erfuhr man beispielsweise, dass die in Deutschland hauptsächlich vertretene Carnica-Biene eine sanftmütige und fleißige Biene sei und kein Vergleich mehr zu eher aggressiven Bienenarten, von Imkern scherzhaft „Russenbomber“ genannt, welche noch zu DDR-Zeiten in der Imkerei genutzt worden sind. Außerdem komme es beim Verhalten des Bienenvolkes – also auch der Stechwut - „immer auf die Königin an“ - Parallelen können gern gezogen werden. Auf dem Bienenhof kümmert man sich zudem intensiv um die Gewinnung von Imker-Nachwuchs, so existiert seit Jahren eine Schüler AG, deren erfolgreichsten und engagiertesten „Absolventen“ mit eigenen Bienenvölkern belohnt werden. Viele Teilnehmer des Frühlingsfestes nutzten die Möglichkeit der Verkostung und des anschließenden Erwerbes von Produkten der Bienenwirtschaft.
Den Abschluss der Tour sollte eine gemeinsame Kremserfahrt mit Kaffee-Picknick – veranstaltet durch den „Peritur e. V.“ - bilden. Zwei große Kutschen standen auf dem Rittergut in Großgrabe bereit, so dass alle Ausflügler Platz finden konnten. Nach kurzer Fahrt ereignete sich jedoch ein Zwischenfall, welcher den beliebten Schülerspruch: „Die Lehrer haben ein Rad ab!“ im wörtlichen Sinne verdeutlichte. Die vorausfahrende Kutsche verlor ein Rad, so dass es zu einer unfreiwilligen Unterbrechung der Ausfahrt und zur Organisation von Ersatzkutschen kam. Etwas „Radlos“ sahen einige Teilnehmer ihren Zeitplan durcheinandergeraten – weite Anreise – und beendeten das Frühlingsfest mit einem kurzen Waldspaziergang zurück zum Parkplatz. Die übrigen Ausflügler harrten bei Regenschauern im havarierten Kremser aus und wurden dafür mit einem wunderbaren Picknick am See nach Fortsetzung der Ausfahrt belohnt.
Wohlbehalten und mit viel Pausen-Gesprächsstoff ausgestattet beendeten die Mitglieder und Angehörigen des LVBS die Lausitz-Ralley in Großgrabe und traten nach einem ereignisreichen Frühlingsfest die Heimreise an.
Dank gilt dem Organisator Dirk Baumbach für die abwechslungsreiche Entdeckungstour durchs Lausitzer Land.

Torsten Friebel