im mdr erschien nach der Verabschiedung des Artikelgesetzes ein Beitrag (https://www.mdr.de/sachsen/nachrichten216.html ), auf dessen Reaktion uns ein Leserbrief erreichte.

 


MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hauptredaktion Kultur

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Sehr geehrte Damen und Herren,

am 13.12.2018 konnte man in den MDR-Kultur-Nachrichten mehrfach eine Meldung zur geplanten Verbeamtung der Lehrer in Sachsen hören. Wörtlich ist geäußerte worden: „In Sachsen können Lehrer bis zu einem Alter von 42 Jahren verbeamtet werden. Ältere Lehrer erhalten einen finanziellen Ausgleich.“ 

Ein Ausgleich besagt laut Duden, dass ein Gleichgewicht wiederhergestellt, eine Entschädigung, ein Ersatz geleistet wird. Der Hörer muss nun also annehmen, alle Lehrer Sachsens, welche nicht verbeamtet werden (können), erhielten einen finanziellen Ausgleich, welcher sie gegenüber den verbeamteten Kollegen nicht schlechter stellt. Das ist eine Lüge. Damit verstoßen Sie gegen publizistische Grundsätze und verletzen die Sorgfaltspflicht bei der Recherche zu Beiträgen.

Zur Erläuterung: Seitens der sächsischen Landesregierung ist es nicht geplant, einen Nettolohnausgleich zwischen verbeamteten und angestellten Lehrern zu erreichen. Lediglich für eine Gruppe von Lehrern, nämlich jene Kollegen, welche sich in der Entgeltgruppe E13 befinden und entsprechende Voraussetzungen erfüllen, ist geplant, eine Zulage von etwa 170€ brutto/mtl. zu zahlen. Alle übrigen Kollegen in anderen Entgeltgruppen, erhalten keinen „Ausgleich“. Wenn Sie zudem richtig recherchiert hätten, wüssten sie auch, dass diese 170€ brutto in keiner Weise einen Ausgleich zur Besoldung eines verbeamteten Lehrers herstellen können.

Im Vorfeld anstehender Tarifverhandlungen sind derartige Meldungen fahrlässig und populistisch. Die Lehrer in Sachsen werden in ein Licht gerückt, welches sie als unzufriedene Meckerer dastehen lässt, die den „Hals nicht voll bekommen“.

Ich fordere Sie auf, die von Ihrer Redaktion formulierten Äußerungen zum Thema Verbeamtung der Lehrer in Sachsen richtigzustellen, zu kommentieren und zu präzisieren. Kommen Sie Ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht nach und verbreiten Sie keine Teilwahrheiten und Lügen!

Mit freundlichen Grüßen

T. M. (Name liegt uns vor)