Stammtisch21 2015 01Trotz oder gerade wegen der Belastungen im Arbeitskampf trafen sich wieder viele ÖPR Vorsitzende zum Erfahrungsaustausch im Schießhaus in Dresden.

Als „neue“ Gäste konnten die ÖPR Vorsitzenden der BSZ aus Kamenz und Radeberg sowie der 2. Vorsitzende des LVBS Dirk Baumbach begrüßt werden.

In den einführenden Worten informierte Jürgen Fischer die Teilnehmer darüber, dass in der SBA Dresden Herr Krause das Personalreferat und Frau Martin das Referat berufliche Schulen übernommen haben. Die Personalräte sprachen die Hoffnung nach einer guten Zusammenarbeit und einer besseren Einbindung der Personalräte in Entscheidungen und in die Gestaltung von Abläufen aus.

Bei der Beantragung und Genehmigung von Jahresurlaub gab es durch ein Schreiben der SBA Dresden in einigen Schulen Irritationen. Der LBPR hat eine Überarbeitung dieses Schreiben erwirkt. Bis zum Erscheinen der neuen Fassung wird die bisherige Verfahrensweise beibehalten.

Die Verfahren werden also in gewohnter Weise durch die Schulleitungen durchgeführt. Abweichungen müssen mit dem ÖPR besprochen und gegebenenfalls über den Bezirkspersonalrat verhandelt werden.

In der Diskussion zeigten sich unterschiedliche Verfahrensweisen beim Einsatz der Lehrer in unterrichtsfreien Zeiten. Auch hier erscheint es nötig, einzelne Sachverhalte zu prüfen, was der LVBS natürlich über die Bezirkspersonalräte unterstützen und vorantreiben wird. Die Vorgabe von Tagen an denen Lehrer Urlaub nehmen sollen bzw. müssen durch die Schulleitung entbehrt der Rechtsgrundlage genauso, wie das Blockieren von unterrichtsfreien Tagen mit Urlaubsstopp, außerhalb der Vorbereitungswoche. Für die gelten gesonderte Bedingungen, die über den ÖPR zu erfahren sind.

Im weiteren Verlauf wurde die Frage aufgeworfen, ob und wie die ÖPR bei Rentenanfragen tätig werden sollen. Der LVBS rät seinen Mitgliedern die Beratungstermine über den Verband wahrzunehmen. Der ÖPR sollte hier nicht tätig werden, da die entsprechenden Aussagen rechtsverbindlich sein könnten und somit der Berater die Konsequenzen einer Fehlberatung zu tragen hat. Der LVBS vermittelt gern Referenten, die fundierte Vorträge zum Thema Rente u. ä. halten können.

In einem weiteren Diskussionspunkt wurde über Erfahrungen mit dem einjährigen Referendariat gesprochen. Dabei wurde hervorgehoben, dass es in der Anerkennung in anderen Bundesländern Probleme geben kann. Außerdem wurde heraus-gearbeitet, dass der zeitliche Ablauf nicht unbedingt zur erhofften wesentlichen Zeitersparnis führt.

Eine neue Qualität in unserem Schulalltag stellt die zunehmende Bildung von DaZ-Klassen dar. Hier werden durch die SBA große Anstrengungen unternommen, um qualifiziertes Lehrpersonal einzustellen. Aus Sicht des LVBS ist es aber auch nötig, vor allem in den Berufsschulen die Arbeits- und Lernbedingungen von Lehrern und Schülern nach dem Gesetz einzuhalten. Die Klassengröße ist für solche Bildungsgänge unbedingt einzuhalten.

Ebenso wirkt sich die Einstellung der meist gymnasialen Lehrer mit dieser Qualifikation auf die Statistik positiv aus, darf aber den Bedarf an Fachlehrern der beruflichen Ausbildung nicht verschleiern. Wir brauchen junge Berufsschullehrer.

In der Diskussion wurde herausgestellt, dass das Programm „Unterrichtsversorgung“ der SBA zur Verminderung von Unterrichtsausfall wegen z.B. Langzeiterkrankung in den Berufsschulen eine untergeordnete Rolle spielt, weil die Spezialisierung der Berufsschullehrer durch die Lernfelder enorm zugenommen hat und eine zeitweiser Ersatz kaum zu organisieren ist.

In der abschließenden Diskussion über die Tarifverhandlungen wurden durchaus unterschiedliche Standpunkte zu den Zielen und zur Beteiligungsbereitschaft geäußert. Der angenehme Umgangston und die kollegiale Auseinandersetzung sind für den Stammtisch ein prägendes Merkmal und führen gerade deshalb zu vielfältigen Meinungsäußerungen, die nicht nur interessant sondern auch durch die Vielschichtigkeit beeindrucken. Auch wenn nicht jedes Problem abschließend behandelt werden kann ist genau das ein Plus dieser Veranstaltung.

Die Teilnehmer haben sich für den nächsten Stammtisch auf den Mittwoch, 07.10.2015 um 15.30 Uhr verabredet. Auch für ÖPR Vorsitzenden, die diesmal nicht teilnehmen konnten, hoffen wir mit dieser langfristigen Vorinformation eine Teilnahme zu ermöglichen.

Jürgen Fischer

Vors. BV Dresden

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