RV Dresden

26. Stammtisch der ÖPR - Vorsitzenden

Der 2.Vorsitzende des LVBS Jürgen Fischer eröffnete mit der Regionalvorsitzenden Petra Dittmer die Veranstaltung und begrüßte die Teilnehmer herzlich. Es waren wieder Vertreter fast aller BSZ der Region anwesend.

 

In einem ersten Abschnitt stellte Michael Wagner, ÖPR Vorsitzender des BSZ für Elektrotechnik eine Möglichkeit der sicheren Kommunikation und des sicheren Umgangs mit Daten vor. Er erklärte den Anwesenden an Beispielen, wie man mit einem frei zugänglichen Programm Daten verschlüsseln kann und sie in den unterschiedlichsten Situationen wieder aufrufen kann. Das Verfahren interessierte viele Teilnehmer. Wir einigten uns, dass Michael Wagner uns eine Anleitung zur Installation und zur Anwendung per Mail übermitteln wird. Wir sagen recht vielen Dank für dieses Angebot. Durch solche Angebote entwickelt sich der Stammtischcharakter. Es werden nicht nur Vorträge gehalten, sondern es kommt zum Gedankenaustausch bzw. zur direkten Zusammenarbeit.

Die Leiterin des Referates berufliche Schulen der SBA Dresden Frau Elke Martin hat Ihr Versprechen eingehalten, wieder am Stammtisch teilzunehmen. Jürgen Fischer begrüßte Sie zum zweiten Teil des Stammtisches und bedankte sich für die Möglichkeit des Gedankenaustausches.

Frau Martin stellte in einer kurzen Einleitung dar, wie das Einstellungsverfahren gelaufen ist. Dabei wies Sie darauf hin, dass die Berufsschulen noch nicht mit dem drastischen Lehrermangel zu tun haben, es aber jetzt schon schwierig ist, für bestimmte Fachrichtungen ausgebildete Berufsschullehrer zu finden und es in diesem Jahr nicht möglich war alle zur Verfügung stehenden Stellen im Berufsschulbereich mit grundständig ausgebildeten Berufsschullehrern zu besetzen. Es wird nach Möglichkeiten gesucht, allen Absolventen und Bewerbern mit grundständiger Ausbildung im Bereich der Berufsschule  ein Angebot unterbreiten zu können, da es absehbar ist, dass jeder ausgebildete Berufsschullehrer in den nächsten Jahren gebraucht wird. Fünf Seiteneinsteiger wurden in diesem Einstellungsverfahren in der SBAD eingestellt.

Frau Martin warb dafür, diese bei der Einarbeitung zu unterstützen. Verglichen mit anderen Schularten ist das natürlich eine sehr geringe Anzahl. Die ÖPR- Vorsitzenden wiesen aber auf die jetzt schon überdurchschnittliche Belastung der Berufsschullehrer hin, was von Frau Martin nur bedingt akzeptiert wurde. Sie verwies darauf, dass z.B. die Vorbereitungsklassen für Migranten teilweise kaum gefüllt seien und es deshalb durchaus Potenzial geben sollte.

Dieser Argumentation folgten die ÖPR Vorsitzenden nicht. Es ist aber allen Anwesenden klar, dass bei einem Stammtisch der Gedankenaustausch und nicht immer die konkrete Lösung für Probleme gegeben sein kann.

So auch bei dem brisanten Spannungsfeld der MAU Stunden und Arbeitszeitkonten nach dem neuen Arbeitszeitgesetz, das seit August 2017 gilt.

Es ist abzusehen, dass es Diskussionen und Probleme gibt und geben wird. Die von den Teilnehmern geforderte Höchstunterrichtsstundenzahl von 30 in einem Block konnte Frau Martin nicht bestätigen. Hier einigten wir uns darauf, dass Jürgen Fischer dieses Problem beim nächsten Dienststellenleitergespräch in den Bezirkspersonalrat einbringen wird. Auch die Problematik der Verrechnung von Unterrichtsstunden mit Ausfall und der tatsächlichen Mehrarbeitsunterrichtsstunde konnte nicht eindeutig geklärt werden und wird in die unterschiedlichen Gremien (LBPR und HPR) eingebracht. Die Teilnehmer sehen hier ein großes Problem, einerseits das Maßnahmenpaket (Bezahlung ab der ersten Mehrarbeitsstunde) und andererseits die Arbeitszeit- und Mehrarbeitszeitverordnung umzusetzen bzw. anzuwenden (Arbeitszeitkonten für Unterrichtszeiten).

Ein letztes Thema, was die Anwesenden bewegte, ist die fehlende Aufwertung der Fachpraxislehrer. Hier gingen die Auffassungen aller Anwesenden weit auseinander.

Das Grundproblem ergibt sich daraus, dass viele Fachpraxislehrer auch im Lernfeldunterricht eingesetzt sind, aber auf Grund des Abschlusses schlechter bezahlt werden, als grundständig ausgebildete Berufsschullehrer. Auch im Hinblick auf Seiteneinsteiger muss dieses Problem nachdrücklich behandelt werden, um den Betriebsfrieden zu wahren. Grundsätzlich gilt, dass der Abschluss über die Eingruppierung entscheidet. Trotzdem soll und muss eine Lösung vor allem für langjährig erfolgreich tätige Fachpraxislehrer gefunden werden. Jürgen Fischer sicherte den Anwesenden zu über den LVBS als Gewerkschaft der Beschäftigten an Berufsschulen die Lösung dieses Problems weiter voranzutreiben. Den Themen und den neuen Situationen geschuldet war die Stimmung  verständlicherweise nicht so ruhig und ausgeglichen wie bei früheren Stammtischen. Die Teilnehmer haben es trotzdem geschafft, ein vernünftiges Klima zu erhalten und die Themen sachlich zu behandeln und zu akzeptieren, dass es in diesem Moment nicht für alle Themen Lösungen geben konnte.

Frau Martin wurde von Jürgen Fischer und den Teilnehmern freundlich verabschiedet und im Anschluss gab es noch rege Diskussionen und Gedankenaustausch zu den unterschiedlichsten Themen. Zum Schluss vereinbarten die Teilnehmer sich am 21.03.2017 zum nächsten Stammtisch zu treffen.

Jürgen Fischer

  1. Vorsitzender des LVBS