Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

im Rahmen der Umsetzung des Tarifvertrages (TVL) besteht für einige Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit der Höhergruppierung.

Viele Anfragen haben den Vorstand zum Verfahren und Inanspruchnahme erreicht.

Der Berufsschullehrerverband (LVBS) bietet deshalb allen interessierten Kolleginnen und Kollegen der beruflichen Schulen unabhängig von der Mitgliedschaft im Verband eine Informationsveranstaltung zum Thema an.

Der LVBS bietet vier Informationsveranstaltungsorte an:

 

Quelle: aktuelle mitglieder-info „Weitere Verhandlungen vereinbart - dbb strebt neues Paket zur Gestaltung des Generationenwechsels an“

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Mitglieder,
in einem Sondierungsgespräch am 21. Dezember 2015 mit Finanzminister Prof. Georg Unland und Kultusministerin Brunhild Kurth in Dresden hat der dbb ein neues Gesamtpaket zur Gestaltung des Generationenwechsels in den Lehrerzimmern des Freistaates Sachsen gefordert. Bereits im Jahr 2016 werden ca. 900 Lehrkräfte in den Ruhestand eintreten, im Schuljahr 2017 / 2018 werden es über 1.200 und in den Folgejahren über 1.600 sein. Die Einstellungsbedarfe liegen deutlich höher, weil die Schülerzahlen weiterhin steigen. Zusätzlich wird der die Zuwanderung von Flüchtlingen und Asylbewerbern auch in Sachsen zu einem dauerhaften Anstieg der Schülerzahlen führen.

Bitte beachten Sie…

durch den am 1. August 2015 in Kraft getretenen Tarifvertrag über die Eingruppierung und die Entgeltordnung kommt für die vor dem 1. August 2015 in einem Arbeitsverhältnis mit dem Freistaat Sachsen stehende Arbeitnehmer eine Höhergruppierung bzw. eine Ausgleichszulage infrage. Das gilt vorzugsweise für Lehrkräfte, die nicht über eine vollständige oder vollständig anerkannte Lehrerausbildung verfügen und unterhalb der EG 13 eingruppiert sind (siehe Information über die Entgeltordnung für Lehrkräfte vom 28. März 2015, Anlage 2).

Im Download erhalten Sie umfangreiche Informationen zur Entgeltordnung für Lehrkräfte, die am 1. August 2015 in Kraft getreten ist und die bisherige Eingruppierung der tarifbeschäftigten Lehrkräfte nach Arbeitgeberrichtlinien (Lehrer-Richtlinien-O, Sächsische Lehrer-Richtlinien) abgelöst hat.

http://www.lvbs-sachsen.de/cms2/index.php/de/lvbs-konkret-archiv

Vor mehr als vier Jahren haben wir in Auswertung der Tarifverhandlungen für uns als LVBS festgelegt, bei künftigen Forderungen die Machbarkeit zu berücksichtigen. Damals waren enorme Lohnforderungen an der Tagesordnung und die Ergebnisse waren dann ernüchternd. Deshalb forderten wir in den Vorbereitungen der Verhandlungen in der Tarifunion den dbb (Deutschen Beamtenbund) auf, vor allem die Grundlagen der Entgeltordnung für Lehrer auf Bundesebene zu erzwingen, um die Ungerechtigkeiten der Entlohnung vor allem in Sachsen schrittweise zu beseitigen. Andere Gewerkschaften haben andere Ziele propagiert.

Vor dem Hintergrund, dass eine lineare Erhöhung als Ergebnis rauskommen solle, stand diese Forderung für uns Berufsschullehrer nicht primär im Vordergrund. Die Arbeitgeber brachten plötzlich die VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder) in die Verhandlungsmasse ein. Somit sind also drei finanzielle Bereiche in den Verhandlungen auf der Tagesordnung erschienen:

Erstens die Lineare Entgelterhöhung, zweitens keine Kürzung der Zusatzrente und drittens der Beschluss die Entgeltordnung zu gestalten und dabei vor allem die niedrigen Einkommensgruppen aufzuwerten. Dies sind Kernpunkte des Abschlusses und decken sich mit den Forderungen des LVBS.

Jedem, der die Verhandlungen beobachtet hat, muss klar sein, dass diese Ergebnisse erkämpft wurden, qualitativ aber nicht befriedigen können. Wir haben im Vorfeld bewusst seit längerem vor höheren, unrealistischen Forderungen gewarnt. Wir haben uns aber gleichwohl nicht gegen unsere Partnergewerkschaften gestellt, sondern uns bei den Entscheidungen am Gesamtkontext des öffentlichen Dienstes orientiert, ohne dabei unsere Interessen vor der Gesamtmenge in den Vordergrund zu drängen. Wir sind ein Teil des öffentlichen Dienstes und wissen um unsere Verantwortung gegenüber den anderen beteiligten Berufsgruppen.

Die lineare Erhöhung wird zumindest teilweise von den steigenden Zahlungen zur Zusatzrente aufgefressen. Bei der Entgeltordnung haben wir nicht mehr als einen Fuß in der Tür, indem der Zustand für die EG 13 festgeschrieben wurde. Für die Umsetzung gibt es keinen zeitlichen Rahmen, so wird es also wieder längere Zeit brauchen, bis eine sichtbare Veränderung für die unteren Einkommensgruppen erreicht werden kann. Dabei ist die 30 €-Zulage nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Aus Sicht der Berufsschullehrer ist dieser Zustand mehr als unbefriedigend und hat in den Kollegien für Unmut und zu Verständnislosigkeit geführt.

Der Abschluss der Tarifverhandlungen ist aus unserem Blickwinkel nicht als Erfolg zu bewerten, sondern als Zugeständnis an die Arbeitgeber. Bei dem derzeitigen wirtschaftlichen Status quo ist das Tarifergebnis für alle, die ihr Streikrecht wahrgenommen haben, eine Farce. Deshalb hat sich auch der Vertreter des BLBS-Bund bei der Abstimmung in der Bezirkstarifkommission der Zustimmung enthalten.